Dunkle Schulwege im Herbst: So werden Kinder besser gesehen
Im Herbst verändert sich der Schulweg. Morgens liegt oft Nebel über den Straßen, am Nachmittag wird es nach der Betreuung schon dämmrig, und nasses Laub macht Gehwege und Radwege rutschig. Für Autofahrerinnen und Autofahrer sind Kinder in dunkler Kleidung in dieser Jahreszeit schwer zu erkennen. Mit ein paar einfachen Maßnahmen können Familien viel für die Sicherheit tun.
Gesehen werden ist das Wichtigste
Kinder überschätzen häufig, wie gut sie selbst gesehen werden. Wer den Scheinwerfer eines Autos sieht, glaubt, dass auch der Fahrer ihn bemerkt hat. In der Dämmerung und bei Regen ist das oft nicht der Fall.
Helle Kleidung hilft, reicht aber allein nicht aus. Deutlich wirksamer sind reflektierende Materialien, weil sie das Licht der Scheinwerfer direkt zurückwerfen. Dabei gilt: Reflektoren an beweglichen Körperteilen wie Armen und Beinen fallen besonders gut auf, weil das Auge Bewegung schneller wahrnimmt.
Diese Dinge haben sich bewährt:
- Schulranzen mit großen Reflektorflächen an Seiten und Rückseite
- eine Warnweste oder ein Überwurf, der über die Jacke passt
- reflektierende Klettbänder an Handgelenk oder Knöchel
- Anhänger mit Reflektor am Reißverschluss der Jacke
- Mützen oder Stirnbänder mit Leuchtstreifen
Den Weg gemeinsam neu ablaufen
Ein Weg, der im September noch hell und übersichtlich war, sieht im November ganz anders aus. Laufen Sie die Strecke deshalb einmal mit Ihrem Kind in der Dämmerung ab. Wo sind dunkle Abschnitte? An welchen Stellen wird die Straße überquert? Gibt es parkende Autos, hinter denen man schlecht gesehen wird? Oft ist ein etwas längerer Weg mit Ampel oder Zebrastreifen die sicherere Wahl.
Auch die Zeitumstellung am letzten Oktobersonntag spielt eine Rolle. Morgens ist es danach zwar zunächst etwas heller, am Nachmittag dafür aber eine Stunde früher dunkel. Kinder, die nach der Ganztagsbetreuung oder nach dem Sport nach Hause gehen, sind dann häufiger im Dunkeln unterwegs als noch vor wenigen Wochen.
Mit dem Fahrrad unterwegs
Wer mit dem Rad zur Schule fährt, braucht eine funktionierende Beleuchtung vorn und hinten sowie die vorgeschriebenen Reflektoren an Pedalen und Rädern. Prüfen Sie Licht und Bremsen jetzt im Herbst gemeinsam mit Ihrem Kind. Bei nassem Laub und Nässe verlängert sich der Bremsweg, deshalb lohnt es sich, das vorausschauende Fahren noch einmal zu besprechen.
Ein guter Fahrradhelm ist in der dunklen Jahreszeit doppelt nützlich, wenn er hell ist oder ein eigenes Rücklicht hat. Achten Sie darauf, dass die Mütze unter dem Helm nicht zu dick ist, sonst sitzt er nicht mehr richtig.
Ein Vorbild sein
Kinder lernen im Straßenverkehr vor allem durch Beobachtung. Wer als Erwachsener bei Rot über die Straße geht oder im Dunkeln ohne Licht Rad fährt, macht es ihnen schwer, die Regeln ernst zu nehmen. Nutzen Sie gemeinsame Wege, um laut zu erklären, was Sie gerade tun: warum Sie an dieser Stelle warten, wohin Sie schauen und woran Sie erkennen, dass ein Auto Sie gesehen hat.
Wir sprechen in den kommenden Wochen auch im Unterricht über den sicheren Schulweg in der dunklen Jahreszeit. Wenn Kinder zu Hause dieselben Regeln hören, bleiben sie am besten hängen.
